PIM Gold

Hinter dieser Bezeichnung verbergen sich u.a. die Gold und Scheideanstalt GmbH und die Firma Premium Gold Deutschland GmbH als Vertrieb. Weitere Vertriebswege (uns liegen mehrere Fälle vor, in denen die Firma „Goldhaus Paßora“ in Leipzig Kaufverträge vermittelte und hierzu beraten hat) sind denkbar. Das Angebot zum Goldkauf beinhaltete auch noch einen Bonus zum Erwerb von Gold, quasi als Zins. Der Fall erinnert leider an die Vorgänge bei der BWF Stiftung.

Bekanntlich ist die Gesellschaft insolvent (Beschluss vom 30.09.2019) und ein vorläufiger Insolvenzverwalter mit der Prüfung beschäftigt. Das teilt der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Metoja auf der ehemaligen website der PIM Gold mit.

Insoweit dürften Eilmaßnahmen aufgrund der anstehenden Insolvenz und der dann gesetzmäßigen Verteilung von gegebenenfalls vorhandenen Goldwerten unnütz sein. Eine schnellere Informationsbeschaffung durch Interessengemeinschaften ist unseres Erachtens nicht zu erwarten, obwohl dies teilweise behauptet wird. Von der Beauftragung der Gesellschaft und dem Vertrieb nahestehender „Experten“ ist sowieso abzuraten, gegebenenfalls wird die Inanspruchnahme potentieller Anspruchsgegner (z.B. Vermittler) damit nämlich unterlaufen. Da jeder Anleger seine Ansprüche eigenständig geltend machen und auch im Insolvenzverfahren anmelden muss, ist die Mitgliedschaft in einer Interessengemeinschaft unseres Erachtens nicht sinnvoll.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und des Insolvenzverwalters sollten zunächst abgewartet werden. Sollte sich z.B. herausstellen, dass der Goldbestand tatsächlich nicht vorhanden ist, kommen Ansprüche gegen die Verantwortlichen (dort droht dann natürlich wie üblich die Insolvenz) und den Vertrieb in Betracht. Auch unabhängig davon kommen Ansprüche gegen Vermittler in Betracht. Diesen obliegen nämlich umfassenden Aufklärungspflichten und auch die Plausibilitätsprüfung, inwieweit vorliegend also überhaupt Gold erworben werden kann und das Gold sicher auch angeschafft wird. Der Vermittler bzw. Berater muss über alle entscheidungsrelevanten Umstände aufklären. Daran bestehen vorliegend erhebliche Zweifel.

Inwieweit vorliegend tatsächlich Aussonderungsrechte bestehen, weil der Anleger rechtlich tatsächlich Eigentum an Goldbarren erworben hat, wie ihm ja nach Mitteilung einiger Mandanten versprochen wurde, wonach persönliche Nummern auf Waren abgedruckt werden sollten, ist noch zu klären.